Zwei Verträge, zwei Ansprechpartner
Der Netzanschluss kommt vom örtlichen Netzbetreiber. Er stellt den Anschlusspunkt her und setzt den Zähler. Das ist eine technische Leistung, die nicht verhandelbar ist.
Der Liefervertrag kommt von einem Energielieferanten – und den können Sie frei wählen. Genau dieser zweite Schritt wird häufig übersprungen: Wer nichts tut, landet in der Grund- oder Ersatzversorgung.
Der Ablauf
- Anmeldung beim Netzbetreiber. In der Regel über ein Formular „Anmeldung zum Netzanschluss" oder „Baustromanschluss". Häufig übernimmt das der Elektrofachbetrieb für Sie – er muss ohnehin eingetragen sein.
- Angaben zur Baustelle: Adresse und Flurstück, benötigte Leistung in Kilowatt, voraussichtlicher Beginn und Dauer.
- Baustromverteiler. Sie brauchen einen geprüften Verteiler – gemietet oder gekauft. Der Zähler kommt hinein.
- Liefervertrag abschließen, am besten vor dem Anschlusstermin.
- Abmeldung nach Bauende. Wird das vergessen, laufen Grundpreis und Miete weiter.
Was es kostet
Drei Blöcke, die nichts miteinander zu tun haben:
- Einmalig: Baukostenzuschuss und Herstellung des Anschlusses durch den Netzbetreiber. Höhe nach dessen Preisblatt.
- Laufend: Miete für den Verteiler, Messstellenentgelt, Grundpreis.
- Verbrauch: Arbeitspreis mal Kilowattstunden – der Teil, den Sie durch die Wahl des Lieferanten beeinflussen.
Der Verbrauch wird oft unterschätzt. Trocknungsgeräte, Bautrockner und Heizlüfter ziehen erheblich; bei einem Winterrohbau kommen schnell fünfstellige Kilowattstunden zusammen.
Warum sich ein eigener Vertrag lohnt
Baustrom läuft häufig einfach in der Grundversorgung mit, weil ihn niemand ausschreibt. Bei kurzen Bauzeiten und kleinen Mengen ist das verschmerzbar. Bei einem Bauvorhaben über mehrere Monate oder mehreren Baustellen gleichzeitig ist es teuer.
Wer regelmäßig baut, kann Baustellen wie Abnahmestellen behandeln und gemeinsam anfragen – siehe Mehrere Standorte bündeln.
Fristen
Rechnen Sie ab Anmeldung mit mehreren Wochen bis zur Bereitstellung, je nach Netzbetreiber und Aufwand. Bei Anschlüssen, für die gegraben werden muss, deutlich mehr. Beantragen Sie früh – Baustrom ist selten der Engpass, aber wenn er es ist, steht alles.
Die häufigsten Fehler
- Abmeldung vergessen. Grundpreis und Verteilermiete laufen weiter, manchmal über Monate.
- Zu geringe Leistung angemeldet. Ein Nachrüsten kostet Zeit und Geld.
- Kein Liefervertrag. Ersatzversorgung zum Höchstpreis über die gesamte Bauzeit.
Anschlussbedingungen, Baukostenzuschüsse und Fristen legt Ihr örtlicher Netzbetreiber fest. Dieser Beitrag beschreibt den üblichen Ablauf; maßgeblich sind dessen technische Anschlussbedingungen.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Manuel Markovic, Regionalleiter. Profil ansehen
Dieser Beitrag gibt den Stand zum genannten Datum wieder und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.