Warum eine Viertelstunde so teuer ist
Abgerechnet wird die höchste Leistung, die Sie in einer einzigen Viertelstunde des Jahres abgerufen haben. Nicht der Durchschnitt, nicht die zweithöchste – die höchste. Dieser eine Wert trägt den Posten durch zwölf Monate.
Das ist ärgerlich, hat aber einen Vorteil: Wer diese eine Spitze vermeidet, spart dauerhaft. Und das geht oft ohne Investition.
Was ohne Geld wirkt
Anfahren entzerren
Die typische Spitze entsteht morgens, wenn alles gleichzeitig hochfährt: Kompressoren, Kälteanlagen, Öfen, Lüftung. Eine gestaffelte Startreihenfolge mit wenigen Minuten Abstand senkt die Spitze spürbar und kostet nichts außer einer Absprache.
Große Verbraucher nicht gleichzeitig laufen lassen
Wenn zwei Anlagen nie zusammen laufen müssen, sollten sie es auch nicht. Das betrifft besonders Vorgänge, die ohnehin zeitlich verschiebbar sind – Reinigung, Aufheizen, Laden.
Den Lastgang ansehen
Der wichtigste Schritt, und der wird am häufigsten ausgelassen. Im Lastgang steht, wann die Spitze war. Oft ist es ein einziger Tag, an dem etwas Ungewöhnliches zusammenkam – und dann weiß man, was zu tun ist.
Wann Technik sich lohnt
- Lastmanagement. Eine Steuerung, die Verbraucher automatisch abwirft, bevor eine Schwelle überschritten wird. Rechnet sich, wenn die Spitzen unvermeidbar zusammenfallen.
- Batteriespeicher. Deckt kurze Spitzen ab. Wirtschaftlich meist erst bei häufigen, hohen Spitzen – und die Rechnung hängt stark vom Leistungspreis Ihres Netzgebiets ab.
- Eigenerzeugung. Eine Photovoltaikanlage senkt die Spitze nur, wenn sie zur Spitzenzeit liefert. Bei einer Morgenspitze im Winter tut sie das nicht.
Bei allen drei Punkten gilt: Erst den Lastgang ansehen, dann rechnen. Wer ohne Datengrundlage investiert, kauft womöglich Technik für ein Problem, das er nicht hat.
Vorgehen in vier Schritten
- Lastgang der letzten zwölf Monate besorgen
- Jahreshöchstleistung und Zeitpunkt der Spitze bestimmen
- Prüfen, welche Anlagen zu diesem Zeitpunkt liefen
- Entzerren, was sich entzerren lässt – erst danach über Technik nachdenken
Was das in Euro bedeutet
Der Leistungspreis liegt je nach Netzgebiet in der Größenordnung von 80 bis 120 Euro je Kilowatt und Jahr. Wer seine Höchstleistung um 20 kW senkt, spart also grob 1.600 bis 2.400 Euro jährlich – jedes Jahr aufs Neue, ohne laufenden Aufwand.
Den genauen Satz finden Sie im Preisblatt Ihres Netzbetreibers oder auf Ihrer Abrechnung.
Die genannten Spannen sind Größenordnungen zur Einordnung. Maßgeblich ist das Preisblatt Ihres Netzbetreibers.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Manuel Markovic, Regionalleiter. Profil ansehen
Dieser Beitrag gibt den Stand zum genannten Datum wieder und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.