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Festpreis, Spot oder eine Mischung: Welches Beschaffungsmodell passt?

Die Laufzeit sagt, wie lange Sie gebunden sind. Das Beschaffungsmodell sagt, wie der Preis entsteht. Zwei verschiedene Fragen – die zweite wird oft übersehen.

Verfasst von Manuel Markovic · Stand

Festpreis

Der Lieferant kauft Ihre gesamte Menge im Voraus ein und nennt Ihnen einen festen Arbeitspreis für die Laufzeit.

Sie zahlen: einen Aufschlag für die Absicherung. Der Lieferant trägt das Marktrisiko und lässt sich das bezahlen.

Sie bekommen: vollständige Planbarkeit. Der Preis steht, bevor Sie unterschreiben.

Passt, wenn Sie Ihre eigenen Preise langfristig kalkulieren – Pflegesätze, Rahmenverträge, öffentliche Haushalte.

Spot oder marktnah

Der Preis folgt dem Börsenpreis, meist monatlich oder quartalsweise abgerechnet, zuzüglich eines festen Aufschlags.

Sie zahlen: keinen Risikoaufschlag. Über längere Zeiträume liegt das im Mittel unter dem Festpreis.

Sie tragen: die Schwankung. Ein kalter Winter oder eine Marktstörung schlägt unmittelbar durch.

Passt, wenn Ihr Betrieb Schwankungen aushält, Sie den Markt verfolgen und die Energiekosten nicht kurzfristig weitergeben müssen.

Die Mischung

Ein Teil der Menge wird fest eingekauft, der Rest marktnah – häufig 70 zu 30 oder 50 zu 50. Manche Modelle erlauben es, in Tranchen über die Laufzeit zuzukaufen.

Sie bekommen: eine Grundsicherung für die Basismenge und die Chance, bei fallenden Preisen nachzukaufen.

Sie brauchen dafür: jemanden, der die Zukäufe entscheidet. Das ist der eigentliche Aufwand – und der Grund, warum das Modell erst ab größeren Mengen sinnvoll ist.

Ab welcher Menge welches Modell

JahresmengeWas üblich ist
bis 15.000 kWhFestpreis aus der Tarifliste – etwas anderes gibt es dort nicht
ab 15.000 kWhFestpreis, gelegentlich marktnah auf Anfrage
ab etwa 1,5 GWhalle drei Modelle; Tranchenmodelle werden hier erst interessant

Der häufigste Denkfehler

„Spot ist günstiger" stimmt im langjährigen Mittel oft – und hilft nicht, wenn die Schwankung genau in Ihrem Geschäftsjahr eintritt. Die Frage ist nicht, welches Modell im Durchschnitt billiger ist, sondern welche Abweichung Ihr Betrieb verkraftet.

Eine Faustregel aus der Praxis: Wenn eine Verdopplung des Energiepreises Ihre Kalkulation kippen würde, gehört die Basismenge fest eingekauft.

Drei Fragen vor der Entscheidung

  1. Können Sie gestiegene Energiekosten innerhalb eines Quartals an Ihre Kunden weitergeben?
  2. Wie groß ist der Anteil der Energiekosten an Ihren Gesamtkosten?
  3. Gibt es bei Ihnen jemanden, der Zukäufe entscheiden kann und will?

Dreimal Nein heißt: Festpreis. Dreimal Ja: Eine Mischung lohnt die Prüfung.

Welche Modelle Ihnen tatsächlich angeboten werden, hängt vom Lieferanten und von Ihrer Menge ab. Wir fragen ab, was für Ihren Fall in Betracht kommt, und legen die Unterschiede in Euro nebeneinander.

Häufige Fragen zu diesem Thema

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Dieser Beitrag gibt den Stand zum genannten Datum wieder und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.

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